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FUSSBALL FEUDAL

Bayern, Barça, Real: Europas Grossclubs koppeln sich wirtschaftlich ab. Gerade Schweizer Vereine müssen sich neue Perspektiven schaffen.

Es war ein Auswärtsspiel der besonderen Art: Ende Dezember lief Bernhard Heusler im Stadion Energa zu Danzig auf – mit Powerpoint und Mikrofon. Der Noch-Präsident des FC Basel folgte einer Einladung der polnischen Liga zur Jahrestagung. «Wir müssen in unserer Fussballwelt zusammenhalten, um unsere nationalen Wettbewerbe zu erhalten und die Vereine zu schützen», sagte der Wirtschaftsanwalt den Kollegen der polnischen Fussballelite. Der FC Basel, siebenmal in Folge Schweizer Meister und durch das profitabel, steht als bestauntes Erfolgsmodell da, zumindest für ambitionierte Fussballclubs aus anderen mittelgrossen Ligen.

«Ich will nicht hochtrabend klingen», sagt Heusler. «Aber natürlich möchten andere wissen, welche Stellschrauben wir wie gedreht haben. Von Vertretern anderer Ligen habe ich die gleiche Anfrage bekommen.» Nun ist Heusler nicht bekannt als jemand, der seine Erfolge auskostet. Im Gegenteil: Profilneurotiker haben im FC Basel nach seinem Verständnis nichts verloren. «Gift», nennt er sie. Heusler betrachtet sein Metier, den durchkommerzialisierten Fussball, «wo Hysterie als Normalzustand gilt», kritisch.

Die Bedeutung des Fussballs in der Gesellschaft? «Übersteigert.» Auch für 2016 vermeldet Heusler wieder Rekordmarken in Sachen Umsatz und Gewinn für den FC Basel. Der Verein hat einen Umsatz von 132 Millionen Franken und einen Gewinn von 29 Millionen Franken erwirtschafet. Doch bodenständig mahnt Heusler, dass alte Erfolge in der Zukunft wenig nützen: «Da gibt es eine Unsicherheit, die wir nicht wegkriegen, weil der Erfolg im Sport zum Glück nicht kontrollierbar ist.»

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