TV-Sender entdecken Videospieler als neue Zielgruppe | SPORT.FORUM.SCHWEIZ

TV-Sender entdecken Videospieler als neue Zielgruppe

Berner Zeitung

12. Dezember 2017

Fernsehkanäle wie Mysports von UPC, Pro 7 und ORF III setzen vermehrt auf elektronischen Sport. Die aufkommenden Computerspielwettkämpfe versprechen nicht nur neue Zielgruppen, sondern auch attraktive Finanzierungsmodelle.

Sein Name dürfte vielen nicht bekannt sein, doch Daniel Luther ist ein Weltmeister. Im Jahr 2007 gewann der damals 17-Jährige in Dallas zusammen mit seiner Mannschaft Tek-9 die Weltmeisterschaft in «Call of Duty». In diesem Videogame treten zwei Teams gegeneinander in einem virtuellen Raum an und müssen sich mit elektronischen Waffen bekämpfen (siehe Kasten rechts).

Mit einem Preisgeld von 9000 US-Dollar, geteilt durch die fünf Mitglieder von Tek-9, ging es nach Hause zurück. «Für einen Teenager wie mich war das ein halbes Vermögen», sagt Luther im Gespräch mit dieser Zeitung. Der erfolgreiche Final ist dem Deutschen aus zwei Gründen in guter Erinnerung geblieben. «Wir haben als internationales Team eine rein amerikanische Mannschaft auf US-Boden geschlagen», sagt er.

Bekannt als LKing
Und mit einem Augenzwinkern an alle besorgten Mütter und Väter ergänzt er: «Mit 17 war ich zu jung, um in Deutschland ‹Call of Duty› legal spielen zu können. Die Altersfreigabe dort war erst ab 18.» Luthers Eltern haben den langhaarigen Teenager, in der Computerspielewelt bekannt als L-King, trotzdem gewähren lassen. Einzige Bedingung: Seine Schulnoten, seine sportlichen Aktivitäten in der realen Welt und seine Freundschaften leiden nicht darunter.

Der Gamer von damals hat sein Hobby inzwischen zum Beruf gemacht. Heute arbeitet Daniel Luther als Verantwortlicher für elektronischen Sport beim ESB Marketing Netzwerk in St. Gallen. «Ich bilde die Brücke von der traditionellen Welt zum ESport», sagt er. So berät er seit mehr als einem Jahr den FC Basel bei den ersten Schritten im E-Sport.