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Referenteninterviews

"Im Sportsponsoring gehört die Bühne den Grossen"

"Im Sportsponsoring gehört die Bühne den Grossen"

„Sport ist das Chamäleon des Sponsorings“, sagt Hans-Willy Brockes im Interview. Vor 25 Jahren hat der Sponsoring-Experte das SPORT.FORUM.SCHWEIZ ins Leben gerufen. Heute gilt der Kongress als Spiegel des Schweizer Sportmarkts, der am 28. und 29. November neuesten Trends und wegweisende Ideen in Luzern aufzeigt.

Herr Brockes, das SPORT.FORUM.SCHWEIZ feiert sein 25jähriges Jubiläum. Wie war die Ausgangssituation im Sportsponsoring vor 25 Jahren?
 
Brockes: Natürlich gab es schon Profisport in seiner heutigen Form und auch Sponsoring war schon gewissermassen etabliert. Aber die meisten Sponsoren nutzten das Sponsoring als «Schleichwerbung», um günstig in die Medien zu gelangen ohne Anzeigenwerbung zahlen zu müssen. Nur wenige Branchen, und da muss man speziell die Banken nennen, waren kreativ und hatte richtige Sponsoring-Strategien. Erwähnenswert ist, dass damals das Kultursponsoring fast auf Augenhöhe mit dem Sport war. Zumindest von den Summen her.
 
Warum hat sich das Sportsponsoring dann so dynamisch entwickelt und Kultursponsoring weniger?
 
Brockes: Aus meiner Sicht ist der Sport das Chamäleon des Sponsorings. Wenn es irgendwo eine neue Sponsoring-Einnahmequelle gibt, dann passt sich der Sport schnellstens an die Bedürfnisse der Sponsoren an. Beispielsweise war Hospitality zunächst mehr in der Kultur als im Sport verbreitet. Aber je mehr Sponsoren nach B2B-Angeboten, wie Logen oder Business-Clubs fragten, umso mehr Angebote wurden im Sport geschaffen und auch vermarktet.
 
Gibt es weitere Beispiele, wo der Sport sich an die Marketing-Bedürfnisse der Unternehmen anpasst?
 
Brockes: Selbstverständlich. Heute beispielsweise suchen alle Marken nach Influencern und benötigen sogenanntes Storytelling. Der Sport hat die Stories und die Profisportler werden zunehmend zu Sportfluencern. Bei den Clubs und Ligen kann man sogar beobachten, dass sie zu Medienhäusern werden.
 
Das klingt alles sehr optimistisch, andererseits hört man immer wieder, dass Sponsoring schwieriger wird und die Budgets gekürzt werden.
 
Brockes: Massive Veränderungen gibt es sowohl auf der Seite der Sponsoren wie auch bei den Sportarten. Branchen, die traditionell im Sponsoring stark engagiert waren, fahren ihre Etats zurück und plötzlich tauchen neue Sponsoren wie ABB auf. Ein Beispiel dafür ist die Formel E und natürlich dürfen wir den Boom des eSports nicht vergessen. Wobei man einschränkend sagen muss, dass im eSport zwar viele Sponsoren einsteigen, jedoch - zumindest in der Schweiz - keine grossen Summen fliessen.

Wo wird das Sportsponsoring in 25 Jahren stehen?
 
Brockes: Da kann ich natürlich nur mutmassen, dass sich die heute erkennbaren Entwicklungen fortsetzen. Sportsponsoring wird mit den grossen und internationalen Sportlern und Teams deutlich an Bedeutung gewinnen. Im Fussball sieht man die Tendenz bereits massiv: Clubs, die in der Champions League spielen und die internationalen Topstars wie Christiano Ronaldo, Neymar und Lionel Messi werden immer wertvoller und wichtiger. Andererseits laufen wir in den nationalen Ligen Gefahr von der Zweitklassigkeit zur Drittklassigkeit zurückgestuft zu werden. Bereits heute kann man erkennen, dass die Sponsoring-Preise national kaum noch steigen und die Sponsoren eher regionalen Charakter haben.
 
Hat Sponsoring als Marketing-Instrument überhaupt eine Zukunftsperspektive oder wird Sponsoring auch der Digitalisierung zum Opfer fallen?
 
Brockes: Ich bin davon überzeugt, dass Sponsoring mit der Digitalisierung und auch mit dem eCommerce wachsen wird. Marken-Kommunikation und auch der Kaufprozess benötigen auch in Zukunft Emotionen. Das bieten Sport und Entertainment. Wir gehen davon aus, dass Sponsoring zunehmend zum Kaufprozess führt. Vereinfacht wird es so aussehen, dass der Sportfan auf der Webseite bzw. Social Media-Seite seines Clubs oder seines Idols nicht nur Sportinformationen konsumiert, sondern auch direkt Online-Shopping betreibt. Durch Whitelabel-Lösungen der etablierten eShops kauft man dann beispielsweise beim SC Bern ein. Fullfilment und Lieferung machen dann eCommerce-Dienstleister wie etwa brack.ch. Ähnlich wird man seine Reisen und andere Dienstleistungen über das emotionale Sportportal des Fans betreiben. Für Clubs und Sportstars wird dies eine neue und wichtige Einnahmequelle werden.
 
Und welche Chance haben die Randsportarten und kleinen Clubs?
 
Brockes: Schwer zu sagen. Überall gibt es die Tendenz zur Professionalisierung. Aber ein Sponsor kann natürlich auch skalieren und viele kleine Sponsorships miteinander verknüpfen. Das funktioniert aber nur, wenn man auch bei den genannten Clubs und Sportarten Sponsoring-Know-how besitzt. Da sehen wir nach wie vor starke Defizite.
 
Das SPORT.FORUM.SCHWEIZ richtet sich vornehmlich an den Profisport, müsste man da nicht mehr für die «Kleinen» machen?
 
Brockes: Jein. Wir bilden mit dem SPORT.FORUM.SCHWEIZ bewusst den professionellen Schweizer Markt ab. Das Forum ist dazu da, dass sich die wichtigsten Branchenvertreter einmal im Jahr treffen und die wichtigen Entwicklungen diskutieren. Vertreter von kleineren Sponsoren und Sportarten sind herzlich willkommen. Das Forum zeigt die internationalen und nationalen Trends auf.
 
Herzlichen Dank und viel Erfolg für die nächsten 25 Jahre SPORT.FORUM.SCHWEIZ!

So sieht die Arena der Zukunft aus

So sieht die Arena der Zukunft aus

Die USA zeigen eindrucksvoll, wie eine Arena als 365 Tage Destination funktioniert. In den DACH Ländern gibt es erste Überlegungen in diese Richtung. Ein vollständig ausdifferenzierter und integrierter Destinationsansatz fehlt bisher noch. Wird der SCR Altach mit seiner Vision der Vorarlberg Arena ein erstes Zeichen setzen? Jens Leonhäuser, Geschäftsführer von Steilpass spricht im Interview über wahre Revolutionen, zugige Stadien und mehr Mut zu kreativem Gestaltungswillen.

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2019

Im Veranstaltungsmarkt buhlen immer mehr Player um die Aufmerksamkeit von Besuchern. Arenen werden zu einem wichtigen Teil einer gesamtheitlichen Event-Experience. Welche Anforderungen werden Arenen erfüllen müssen?
 
Leonhäuser: Die allermeisten Arenen haben, zumindest im Public Bereich, großen Nachholbedarf bei der Verweilqualität vor Ort. Eine Arena ist in der Regel kein Ort, an dem ich mich lange vor oder lange nach dem Spiel aufhalten möchte. Es fehlt an adäquaten Sitzmöglichkeiten, das Ambiente ist sehr nüchtern, der Wetterschutz ist häufig nicht geeignet, das Catering nach dem Spiel bietet keine Abwechslung. Deswegen wird das Spiel von vielen Fans in der nächsten gemütlichen Bar und nicht im Stadion bei ein paar Bier besprochen. Das vorherrschende Ambiente eines Stadions limitiert die Vereine zudem bei der Entwicklung zusätzlicher Angebotsformate abseits des reinen Sportevents oder Konzerts. Die Notwendigkeit der Digitalisierung sehe ich deshalb als nachgelagert. Solange der Fan z.B. sein Bier nach dem Spiel im Stehen in einem zugigen Stadionumlauf trinken muss, nutzt ihm auch kein superschnelles Wlan.
 
Wie sehen nachhaltige Strategien aus, um ein Stadion auch abseits von Fußball zu nützen?

Leonhäuser: Bei einer ökonomisch nachhaltigen Nutzung geht es in erster Linie um die Schaffung von Synergien über verschiedene Nutzungskomponenten hinweg. Dabei kann es durchaus Sinn machen, sektorenübergreifend über den Sport hinaus zu denken. Unterscheiden muss man hier, was das Stadion als Immobilie, z.B. mit einer entsprechenden Mischnutzungsstrategie, leisten kann und welche Synergien sich durch die Einbeziehung des räumlichen Umfelds generieren lassen (Destinationsansatz). Ein Stadion mit 55.000 Sitzplätzen und einem Zuschauerschnitt von 25.000 Zuschauern ist vermutlich keine Cash-Cow und wird von der Stadt quersubventioniert werden müssen. Über Umnutzungsstrategien kann man hier gezielt überlegen, welche weiteren Nutzungselemente permanente Pachteinnahmen generieren und gleichzeitig Synergieeffekte erzeugen können. Das Einnahmedefizit kann so gezielt reduziert werden, ohne dass der Sport oder das Erlebnis in irgendeiner Form leiden müssen. Dieser Schritt benötigt aber den Mut, alte Zöpfe abschneiden zu wollen und neue Wege zu gehen. Der Destinationsansatz bietet natürlich noch größere Chancen. Hier werden Arena und räumliches Umfeld aufeinander abgestimmt und interagieren wirtschaftlich. Das Ziel sollte die 365 Tage Arena Destination sein.
 
Können Sie Beispiele dafür nennen?

Leonhäuser: In den USA gibt es hier beeindruckende Projekte, z.B. bei den Dallas Cowboys zusammen mit Omni Hotels & Atlanta Braves oder der Entertainment Detroit mit einem MLS Stadium, Entertainment, Retail, Hospitality und offener Fußgängerzone. In den DACH Ländern gibt es Überlegungen und erste zarte Schritte in diese Richtung. In der Schweiz gibt es einige Mischnutzungskonzepte für Stadien, wie z.B. den Lipo Park in Schaffhausen, das Stade de Suisse in Bern, der Kybunpark St. Gallen jeweils mit Retail, Büros, Gastro und Sport. Borussia Mönchengladbach hat meines Wissens um einen Außenbereich (Biergarten) und Hotel erweitert, um nur einige Beispiele zu nennen. Wobei sich die meisten Beispiele eher auf eine Mischnutzung im Stadion bezieht. Einen vollständig ausdifferenzierten und integrierten Destinationsansatz sehe ich noch nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der VfL Wolfsburg mit der VW Arena, der VW Autowelt und der VfL Fußballwelt auf einem vielversprechenden Weg ist. Und mit der Vision Vorarlberg Arena ist natürlich der SCR Altach zumindest konzeptionell auf einem sehr guten Weg zur 365 Tage Destination.
 
Was wird in wenigen Jahren State of the Art sein?
 
Leonhäuser: Nachdem Stadien ein Lebenszyklus von mindestens 20-30 Jahren haben, erwarte ich Revolutionen nur bei Neubauten oder Arenen, die das räumliche Umfeld integrieren können (Beispiel SCR Altach). Die Entwicklung im Bestand wird vermutlich hin zu einer stärkeren Digitalisierung gehen, bei der das individuelle Smartphone der Schlüssel sein wird. Ob dies reicht, das Fanerlebnis substantiell zu verbessern oder gar neue, stadiongebundene Monetarisierungspotenziale zu erschließen, wird man sehen. Die Hospitality-Bereiche werden sicherlich sukzessive moderner und exklusiver. Ich hoffe nur, dass die Vereine hier mutiger werden, um durch unverwechselbare Gestaltung und Kreativität echte Identifikation zu schaffen und nicht nur die nächste Hotellobby kopieren. Die Chancen sind hier riesig. Auch für den Public Bereich würde ich mir mehr Mut und kreativen Gestaltungswillen erhoffen: Sichtbeton und Stahl sind architektonisch natürlich immer chic, schaffen aber nicht wirklich Ambiente und Verweilqualität.
 
Wie sieht die Arena der Zukunft aus?
 
Leonhäuser: Je nach Lage und Standort einer Arena wird die Entwicklung vermutlich sehr unterschiedlich verlaufen: vom reinen Sportstadion bis hin zur 365 Tage Destination werden wir vermutlich alles erleben. Die Arena als monolithischer Sporttempel wird es vermutlich zunehmend schwerer haben, im Wettbewerb zu bestehen. Arenen haben das Potenzial, zu urbanen und kulturellen Begegnungsstätten zu werden die an 365 Tagen im Jahr Frequenz generieren. Fans, Bürger und Touristen genießen dann ihren Aufenthalt in einer abwechslungsreichen Umgebung mit einem bunten und vielfältigen Angebot aus Gastronomie, Erlebnisangeboten, Grünflächen, Outdoor-Angebot, Kino, Hotel, Events, Kongressen, Sport und vielem mehr.

Vielen Dank für das Interview!

ALTE Referenteninterviews

"Alles auf die Karte 2024 gesetzt"

"Alles auf die Karte 2024 gesetzt"

Über die Hintergründe des letztendlich verlorenen Votums und die Auswirkungen für zukünftige Sport-Grossevents in der Schweiz spricht Jürgen Krucker, Geschäftsführer des SHV.

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2018

Die Bewerbung für die Handball EM ist gescheitert. Was bedeutet das Votum für den Schweizer Handball?
Wir hatten eine sehr wettbewerbsfähige und starke Bewerbung zusammen mit unseren Handballfreunden aus Dänemark für die Austragungen der EHF EURO 2022 und 2024. Wir haben uns am Tag des EHF Kongresses aus wahltaktischen Gründen für einen Rückzug 2022 entschieden und alles auf die Karte 2024 gesetzt. Am Ende fiel die Wahl knapp mit wenigen Stimmen Mehrheit zugunsten unseres Konkurrenten Deutschland aus. Im ersten Moment überwiegt natürlich die Enttäuschung über eine gescheiterte Bewerbung gegen einen starken Konkurrenten. Aber die gemachten Erfahrungen und Feedbacks aus diesem Prozess lassen uns trotzdem gestärkt und selbstbewusst in die Zukunft schauen und wir werden uns um neue Bewerbungen bemühen.

Welche Konsequenzen müssen die Beteiligten tragen?
Bei der Vergabe einer EHF EURO handelt es sich um eine geheime Wahl der Mitgliedsländer mit jeweils einer Stimme pro Land. Da wir am Ende sportpolitisch keine Mehrheit erzielen konnten, reflektieren wir natürlich gemeinsam als Bewerbungsteam, was wir zukünftig besser machen müssen. Inhaltlich hatten wir mit der Kampagnenidee „a perfect partnership“ und der damit verbundenen Kombibewerbung zweier kleinerer Handballnationen in Bezug auf Einwohnerzahlen, eine sehr authentische Bewerbung.
   
Welche Perspektiven eröffnen sich für weitere Sport-Grossevents in der Schweiz?
Durch die Reorganisation und Zentralisierung unseres Verbandes im Jahr 2016 sind wir mittlerweile strukturell so aufgestellt, dass wir uns jederzeit um internationale Grossportevents bewerben können. Da die Anforderungen an die Infrastruktur sowohl auf Ebene IHF für Weltmeisterschaften, als auch bei der EHF für Europameisterschaften mittlerweile so hoch sind (z.B. Arenen mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern und mehr für Finalrunden bei den Männern), sind wir an der Stelle auf Kooperationen mit anderen Ländern angewiesen. Auch muss man abwägen und bewerten, wie sich jeweils ein Businesscase darstellen lässt, der die Sportart Handball im Land weiterentwickeln kann. Wir sind überzeugt, dass nach der letzten Heim-EM 2006 eine erneute Austragung als Katalysator auf allen Ebenen wirken kann.

Vielen Dank für das Interview!

"Regelmässig durchgeführte und top-organisierte Grossveranstaltungen in unserem Land stärken unser Image als kompetente Eventmacher"

"Regelmässig durchgeführte und top-organisierte Grossveranstaltungen in unserem Land stärken unser Image als kompetente Eventmacher"

Gian Gilli, CEO der Eishockey WM 2020, über Sport-Grossevents in der Schweiz.

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2018

Im Gegensatz zu Olympia oder der Handball WM wird die Schweiz die Eishockey WM 2020 ausrichten. Was bedeutet das Grossevent für die Schweiz?

G.G.: Es bedeutet eine Verantwortung und Verpflichtung der Schweiz, gegenüber den Spielern und der internationalen Eishockey Community einen Event zu präsentieren, der bedeutend von der  bekannten, Schweizerischen Qualität und Gastfreundlichkeit geprägt ist. 64 Partien auf höchstem, eishockeytechnischen Niveau bedeuten eine tolle Inspirationsquelle für 25'000 lizenzierte Schweizer Eishockeyspieler und 300'000 Fans. Mit einem Wertschöpfungsvolumen von ca. 100 Mio erreicht diese Weltmeisterschaft auch einen ökonomischen Impact für unser Land, der nicht zu unterschätzen ist. Ca 1.4 Mia Zuschauer werden Bilder dieser 2020 IIHF WM über das TV und Social Media mitverfolgen können und sich von der Qualität des Angebotes in der Schweiz überzeugen können. Mit der Planung und Organisation diese Anlasses kann sehr viel neues Know-how im Eventmanagementbereich aufgebaut werden, das nachhaltig eingesetzt werden kann.  Es bedeutet auch, dass diese WM in bestehenden, fixen Infrastrukturen umgesetzt werden kann.

Was muss bei der Umsetzung eines solchen Events beachtet werden?

G.G.: Beachtet werden alle Vorgaben und Reglemente des Internationale Eishockeyverbandes, der Besitz der Medien- und Marketingrechte, die kompetente und schlanke Eventorganisation, welche schon über viele schon bestehenden Kompetenzen verfügt. Weiter Beachtung finden muss ein striktes Finanz- und Risikomanagement, entsprechende Planungen und Konzeptionen, dies vorab in den Bereichen Sport, Marketing, Services, Finanzen und Medien. Entsprechend  braucht ein solcher Event ein starkes und vifes Organisationsteam. Auch wird die Dreisprachigkeit Deutsch, Französich und Englisch aktiv gelebt werden. Nicht zu unterschätzen sind in einem eher Hochpreisland attraktive und preiswerte Angebote für ausländische Gäste zu beachten.

Welche Perspektiven eröffnen sich für weitere Sport-Grossveranstaltungen in der Schweiz?

G.G.: Schweizer Organisatoren bieten ohne Ausnahme immer wieder tadellose Arbeit in der Umsetzung grösserer Veranstaltungen.  Diese Schweizerische Qualität ist international bekannt. Regelmässig durchgeführte und top  organisierte Grossveranstaltung in unserem Land stärken unser Image als kompetente Eventmacher, zeigen der internationalen Sportwelt deutlich auf, welche unsere eigenen Qualitätsansprüche sind. Events in die Schweiz zu vergeben lohnt sich: Das Organisationsniveau, die Sicherheitsfrage, die Beherbergungsqualität, die Sehenswürdigkeiten und die Gastfreundlichkeit sind schon mal gegeben. In diesem Sinne wird und muss die 2020 IIHF Eishockey WM aufzeigen, dass der hohe Qualitätsanspruch in der Schweiz  ein weiteres Mal aktiv gelebt wird.

Vielen Dank für das Interview!

"Ligen sollten ihre Fans kennen"

"Ligen sollten ihre Fans kennen"

Lars Stegelmann, Executive Vice President Commercial Operations, Nielsen Sports beantwortet drei Fragen zu seinem Vortrag beim SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2017 „Werttreiber für Sponsoring – Potenzialcheck Schweiz“.

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2017

Warum gewinnt das Marketing einer Liga an Bedeutung?

L.S.: Die Professionalisierung bei der Vermarktung von Ligen hat in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Das Ringen um Fans wird im Wettbewerb mit anderen großen Ligen und Sportarten sowohl national als auch international immer härter. Während die grossen Sportarten und ihre Topligen an Bedeutung gewinnen, fällt es kleineren Sportarten und Ligen schwer, sich in dem Wettbewerb zu behaupten. 

Ausserdem wird der Medienkonsum unter den Sportinteressierten aufgrund der Digitalisierung und aufgrund verkürzter Aufmerksamkeitsspannen immer fragmentierter. Daher ist es wichtig, in verschiedenen Fansegmenten Marketing zu betreiben, um diese emotional an eine Liga zu binden.

Was können die Schweizer Sportanbieter von anderen europäischen Ligen lernen?

L.S.: Das ist meiner Meinung nach je nach Sportart völlig unterschiedlich. Grundsätzlich sollten aber immer die Fans und ihre Interessen im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen. Viele Ligen richten das Fanerlebnis auf die unterschiedlichen Neigungen ihrer Zielgruppen aus. Hinsichtlich innovativer Vermarktungswege und Medienangebote, um spannenden Content über Social-Media-Kanäle zu distribuieren, lohnt sich beispielsweise ein Blick auf die europäischen Topligen in Spanien und England.

Was macht den Wert einer Liga aus?

L.S.: Der Wert einer Liga wird vor allem durch das Interesse der Fans generiert. Je höher das Interesse an einer Liga ist, desto höher sind auch die Medienerlöse und Sponsoringeinnahmen. Deswegen sollten Ligen ihre Fans im Detail kennen und verschiedene Segmente innerhalb dieser Fanschar gezielt ansprechen.

lokalhelden.ch: Raiffeisen-Idee im digitalen Zeitalter

lokalhelden.ch: Raiffeisen-Idee im digitalen Zeitalter

Andrè Stöckli, Leiter Sponsoring bei der Raiffeisen Schweiz im Interview über das Thema ROI im Sponsoring und dem gesellschaftlichen Engagement der Raiffeisen. Seit 2016 hat die Raiffeisen erfolgreich die Crowdfunding Plattform lokalhelden.ch lanciert.

SPORT.FORUM SCHWEIZ 2016

1. Der ROI stellt heute häufig die „Königsdisziplin“ im Sponsoring dar. Wie versuchen Sie diesen zu erfüllen?

Das Thema ROI im Sponsoring ist zweifelsfrei eine sehr wichtige Richtgrösse und die Rentabilisierung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nichts desto trotz ist die Wirkung des Sponsorings mit den Bereichen Bekanntheit, Image, Vertriebsunterstützung / Absatz, Kundenbindung / -gewinnung etc. heute aber zu vielschichtig um einen einfachen, zusammenfassenden ROI berechnen zu können, speziell bei Branchen im Dienstleistungssektor, wo der effektive Produktabschluss erst zeitverzögert aufgrund diverser Faktoren erfolgt. D.h. im Banking z.B. zu messen inwiefern der Zufluss von Kundengeldern resp. die Steigerung des Hypothekarvolumens direkt mit dem Sponsoring in Verbindung steht, ist faktisch nicht möglich. Wir messen deshalb einzelne KPI‘s aus den verschiedenen Dimensionen entlang des Sales Funnel und lesen dabei ab, was der „ROI“ des Sponsoring ist.

2. Das SPORT.FORUM.SCHWEIZ stellt jedes Jahr den Branchentreff des Schweizer Sportbusiness dar. Wie gross ist die Vorfreude und worauf sind Sie am meisten gespannt?

Die Vorfreude ist wie jedes Jahr gross, das es ja eine Art Klassentreffen ist und man viele bekannte Gesichter sieht und neben den spannenden Vorträge auch Zeit findet sich in einer lockeren Atmosphäre auszutauschen. Am Meisten gespannt bin ich auf die Einschätzungen und Trends bezgl. Compliance im Bereich Hospitality.

"Klassische Budgets in digitale Plattformen verlagern"

"Klassische Budgets in digitale Plattformen verlagern"

Beat Wälti, Leiter Marketing & Sales bei Luzern Tourismus. Über das bisher ungenutzte Potenzial der Erlebnisregion Luzern, die neuen Möglichkeiten und Chancen von der Winterolympiade 2021 bishin zur Digitalisierung.

SPORT.FORUM SCHWEIZ 2016

1. Kulturtourismus ist in Luzern heute ausgeprägt. Welche Schwerpunkte will Luzern im Sport setzen?

Wir wollen auf den vorhandenen Stärken, der Kombination von Stadt, Seen und Bergen aufbauen und die Erlebnisregion Luzern-Vierwaldstättersee verstärkt im Sportbereich positionieren. Dazu bieten die bekannten Anlässe wie z.Bsp. die Lucerne Regatta auf dem Rotsee, Spitzen Leichtathletik oder der Swiss City Marathon eine hervorragende Basis auf welche wir in der Kommunikation aufbauen können. Wir sind überzeugt, dass wir das Potential in Individualsport- arten wie Rennrad und Mountain-Bike sowie in der gezielten Akquise von Trainingslagern noch bei weitem nicht ausgeschöpft haben.

2. Die Digitalisierung wirkt sich auf alle Gesellschaftsbereiche aus. Welche Effekte sind speziell im Tourismus zu spüren und wie reagiert Luzern Tourismus darauf?

Die Digitalisierung verändert das Informations- und Buchungsverhalten der Gäste aus aller Welt nachhaltig. Eine laufende Präsenz und Bearbeitung der zahlreichen digitalen Plattformen ist unerlässlich. Wir verlagern laufend Budgets von klassischen in digitale Plattformen. Der Projektstart für ein Regionenübergreifendes Online-Gästeportal ist erfolgt und die Digitalisierung wird strategisch abgebildet und ist als wichtiger Teil in unserem Business Plan festgehalten.

3. Die Winteruniversade 2021 ist der grösste internationale Sportanlass, den es in Luzern je gab. Wie wird Luzern Tourismus das für sich nutzen?

Der Winter ist für Luzern eine eher buchungsschwache Zeit. Mit der Universiade haben wir die Möglichkeit während genau dieser Zeit die Attraktivität der Stadt und Region einem weltweiten Publikum zu zeigen. Diese Chance wollen wir nutzen.

"Das klassische Sportsponsoring kommt unter Druck"

"Das klassische Sportsponsoring kommt unter Druck"

David Jäger, COO bei Reflection Marketing, berichtet im Interview über das Thema "Vom Sportsponsoring zur Themenkompetenz: Bedeutung für Unternehmen & Sportveranstalter".

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2016

Reflection Marketing engagiert sich zum zweiten Mal als Sponsor des INNOVATIONEN.FORUM am SPORT.FORUM.SCHWEIZ. Warum ist das Thema "Innovation" für Reflection Marketing so wichtig?

Das gesamte Sport-Marketing-Umfeld ist einem stetigen und substantiellen Wandel ausgesetzt. Innovatives Marketing und Formate sind zentral für den Erfolg von Unternehmen, Sponsoren und Vermarkter. Als Consulting Agentur für strategisches Marketing und Live Marketing wollen wir für unsere Kunden stets einen Schritt voraus sein und lancieren dafür unter anderem einen Live Marketing-Trendreport. Das INNOVATIONEN.FORUM im Rahmen des SPORT.FORUM.SCHWEIZ bietet uns eine ideale Plattform zum Austausch mit Kunden und Partner.

Ihr Referatsthema lautet: Vom Sportsponsoring zur Themenkompetenz. Was verstehen Sie unter "Themenkompetenz"?

Unternehmen möchten effektive Kompetenz vermitteln. Sie suchen vermehrt Themen-Ownership statt einfach Branding oder Hospitality-Plattformen. Im Gegensatz zu klassischen Marketing- oder Sponsoring-Aktivitäten bietet glaubwürdige Themenkompetenz den Kunden einen effektiven Mehrwert dank attraktiven Dienstleistungen, Produkten und relevanten Vorteilen. Damit sichern sich innovative Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Wir sind der Überzeugung, dass klassische Sportrechtevermarktung ohne entsprechende Themenkompetenz keine Zukunft hat.

Marketing unter einem Dach

Marketing unter einem Dach

Beat Ackermann, Geschäftsführer, im Interview über das "Gemeinschaftsprojekt" INDOOR Sports und über die Idee, wie die vier Hallensportarten sowie Sponsoren von dem innovativen Konzept profitieren.

SPORT.FORUM.SCHWEIZ 2015

Das Label „Indoor Sports“ wurde von der Mobiliar Versicherung gegründet. Warum ist daraus nun eine INDOOR Genossenschaft geworden?

B.A.: "Um das Label Indoor Sports für neue Partner als Plattform interessant zu machen, mussten wir dieses in eine neutrale Form überführen. Die Mobiliar wechselte in den Rang eines Sponsors und die Genossenschaft tritt heute am Markt neutral auf. Es war von Anfang an geplant, dass die Mobiliar die Geburtshelferrolle mit derjenigen eines Sponsors tauschen wird, damit sich Indoor Sports weiter entwickeln kann."

Durch das Projekt INDOOR Sports wollen alle vier Sportarten deutlich mehr mediale Präsenz erreichen. Wie funktioniert das?

B.A.: "Durch die Bündelung der vier Sportarten unter ein Label treten wir am Markt und somit auch bei den Medien, viel kompakter und mit mehr Power auf. Einerseits bieten wir den Partnern aus der Wirtschaft interessante Möglichkeiten, sich mit eigenen Aktivierungen bei mehr als 100000 Lizenzierten und schweizweit zu positionieren. Die Mobiliar beispielsweise nutzt das, um mit dem Element des Topscorers über alle vier Sportarten aktive Nachwuchsförderung zu betreiben. Diese Topscorer sind in diesen Sportarten ein neues, attraktives Element, welches dankbar von den Medien aufgenommen wird. Sowohl in Vorschauen wie auch in Berichterstattungen ist die auffällige Topscorerin als aktuell beste Punktesammlerin ein gern gesehenes und gern beschriebenes Sujet.

Und mit der Einführung von Formaten wie dem Supercup bei dem an einem Wochenende im Hallenstadion die Supercupsieger aller vier Sportarten ausgespielt wurden schaffen wir natürlich für die Medien neue, spannende Gefässe. Last but not least, hat auch SRF die Türen weit aufgemacht für neue Lösungen. Die Tatsache mit einem Partner eine für alle Sportarten funktionierende Lösung zu finden scheint erfolgversprechender, als mit vier Sportarten verhandeln zu müssen."

Über welche Erfahrungen mit INDOOR Sports, die für andere Sponsoren und Sportarten interessant sind, werden Sie beim SPORT.FORUM.SCHWEIZ in Luzern berichten?

B.A.: "Wir können darüber berichten, welche Synergien - und auch Energien- sich ergeben können, wenn ein Unternehmen nicht auf bestehende Sponsoringgefässe setzt, sondern sich seine Plattform nach den eigenen Bedürfnissen baut. Eine unglaublich positive Erfahrung."